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Arturo Benedetti Michelangeli, geboren am 5en Januar 1920 in Brescia, beginnt schon im Alter von drei Jahren mit dem Studium des Klaviers. Mit vier Jahren fängt er an, das Institut für Musik der Stadt Brescia zu besuchen und macht rasche Fortschritte; später wird er in Milano als Privatstudent von Giovanni Anfossi angenommen. Vernünftigerweise wird er in die Karriere eines Wunderkindes nicht gezwungen, wie es bei seiner Begabung überhaupt zu erwarten wäre.
1934 diplomiert sich Michelangeli am Konservatorium Mailand, dann studiert er mit seinem Meister Anfossi weiter. Zwischen 1936 und 1938 zeichnet er sich in einigen nationalen Wettbewerben aus, 1938 kommt er im Wettbewerb "E. Ysaye" in Bruxelles auf den siebenten Platz, im Juli 1939 gewinnt er den Genfer Wettbewerb. Im Herbst vom selben Jahre wird er aufgrund seines unbestrittenen Rufs zum Inhaber eines Lehrstuhls für Klavier am Konservatorium Bologna. Auch wenn der Krieg seine internationale Tätigkeit als Konzertist beschränkt, wird er in Italien immer berühmter. Er debütiert bei der Santa Cecilia Akademie in Rom, bei dem La Scala Theater in Mailand, bei dem Maggio Musicale Fiorentino [Florentiner Musikalischen Mai] und - trotz seiner Einberufung in die Armee - spielt er im ganzen Italien, Sizilien und Sardinien ausgeschlossen. 1940 spielt er zum ersten Mal in Barcelona, 1946 in Berlin und 1948 in den USA; im Laufe der Jahre wird er von jedem Land Westeuropas gerufen. Am 20en September 1943 heiretet er Giuliana Guidetti. 1955 spielt er auch jenseits des Eisenvorhangs und zwar in Warschau, wo er auch Jurymitglied des Chopin Wettbewerbs ist. 1957 debütiert er in Prag, 1964 im Sowjetrussland. 1939 bis 1948 nimmt er regelmäßig Schallplatten für die Telefunken und die `La Voce del Padrone´ auf, während in den fünfziger und siepziger Jahren kehrt er nur sehr selten zum Aufnahmeraum zurück. 1962 ist er allerdings damit einverstanden, in den Fernsehstudien der RAI in Turin einige Konzerte aufzunehmen, die heute auf Videokassette verfügbar sind. Trotz seiner intensiven Tätigkeit als Konzertist vernachlässigt er den Lehrberuf nicht: 1945 gelingt es ihm, zum Konservatorium Bozen versetzt zu werden, wo er bis 1959 lehrtätig sein wird. Außer den gewöhnlichen Konservatorium-Kursen hält Michelangeli einen Fortbildungskurs im Schloß von Appiano; 1952, 1954 und später1955 bis 1965 unterrichtet er sommers in Arezzo, 1960 bis 1962 in Moncalieri bei Turin. In die Berge verliebt, pflegt er so oft wie möglich auf den Dolomiten zu wandern und nimmt eine freundschaftliche Beziehung mit dem Alpenchorus der SAT [Società Alpinistica Trentina, Sektion der Italienischen Alpenverein] von Trient auf, für den er etwa fünfzehn Lieder harmonisiert. 1964 feiert er sein 25es Jahr als Lehrer mit einer Reihe von Konzerten, an denen auch einige Schüler von ihm teilnehmen. 1965 wird der Internationale Klavierfestival von Brescia und Bergamo "Arturo Benedetti Michelangeli" begründet, ad dem bis 1968 auch der Meister teilnimmt. In diesem Jahr wird in Bologna der Konkurs der Shallplattenfirma BDM angemeldet, von der er Gesellschafter ist. Der Richter ordnet die Beschlagnahme zur Verwahrung für die Güter der Gesellschafter an - eine Maßhanme, die nach einigen Monaten zurückgenommen wird. Benedetti Michelangeli beschliesst jedoch, nicht mehr in Italien zu spielen und zieht von Bornato bei Brescia, wo er seit einigen Jahren lebte, in die Schweiz (zuerst nach den Kanton von Zürich und dann ins Tessin). 1969 und 1970 hält er seinen letzten Fortbildungskurs in Lugano. Seine Tätigkeit als Konzertist ist nun weniger intensiv als in der Vergangenheit, sein Ruf aber ist schon zum Mythus geworden. 1973 debütiert er in Japan und fängt wieder an, für die Deutsche Grammophon Schallplatte aufzunehmen. 1977, nachdem er noch einmal seine
Verweigerung betont hat, in Italien zu spielen, hält er in der vatikanischen Sala Nervi ein Recital für den Malteserorden. Er wird 1987 noch einmal im Vatikanstaat spielen und nur ein einziges Mal in Italien, im Jahr 1980 in Brescia in Erinnerung an Papst Paolo VI. Am 17en Oktober 1988 erlitt er während einem Festival in Bordeaux einen ernsten Herzanfall; er wird durch einen schwierigen chirurgischen Eingriff gerettet und schon ein Jahr danach kann er wieder spielen. In seinen letzten Jahren hält er nur wenige Konzerte und nimmt einige Schallplatte auf; er verbringt aber lange Ruhezeiten in Pura in Tessin. 1995 wird er ins Kantonskrankenhaus von Lugano eingeliefert, wo er am 12en Juni stirbt. Er wird im Friedhof von Pura begrabt; nach seinem Willen ist sein Grab ohne Grabstein. Todesanzeigen in den Zeitungen aller Länder der Welt verabschieden sich von ihm als von einem der größten Pianisten des zwanzigsten
Jahrhunderts.
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